Branche

Öffentlichkeit und Wirtschaftskraft

Die Kommunikationswirtschaft ist eine der großen Branchen in Deutschland. Gemeinsam beschäftigen die Agenturen, Medien, werbetreibenden Unternehmen und Dienstleister ca. 900.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verantworten einen Umsatz von rund 47 Mrd. EUR.

Damit liegt die Kommunikationswirtschaft im Branchenvergleich unter den Top 10. Ein wichtiger Teil des Umsatzes sind Mediabudgets, mit denen die geschaffenen Inhalte vermittelt werden. Diese Mediabudgets sind die wichtigsten Einnahmequellen der Medien und sichern damit die Vielfalt der Medien in Deutschland.

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Die deutsche Kommunikationswirtschaft ist groß und vielfältig

Sie umfasst die Bereiche Werbung, Public Relations, digitale Plattformen, Social Media, Events und Veranstaltungen, Promotion, Mediaplanung und Mediabuchung, Design, Strategie- und Markenberatung, Markt- und Meinungsforschung, Sponsoring, Investor-Relations, Direktmarketing, Public Affairs und vieles mehr.

Wir beschäftigen Strategieberater, Texter, Kreative, Verkäufer, Mediaplaner, Grafiker, PR-Manager, Veranstaltungsplaner, Berater, Forscher, Redakteure, Channel-Manager, Designer, Techniker, Promotoren, Analysten und viele. Sie alle sind die Kommunikationswirtschaft.

 

Die Kommunikationswirtschaft kennzeichnet ihr vielfältiges Einsatzgebiet

Ebenso vielfältig und breit sind die Einsatzgebiete in allen Feldern des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens: Produktmarketing, Markenaufbau und Markenpflege, Mitarbeiterkommunikation, politische Kommunikation, Kapitalmarkt-Kommunikation, Kundenbindung, Vermittlung der sozialen Verantwortung von Unternehmen, Sportmarketing, Krisenkommunikation.

Die deutsche Kommunikationswirtschaft erschafft Formate und Inhalte, Marken und Botschaft, Kontakte und Interaktion. Wir werben und unterstützen die Menschen im Bewerten, Vergleichen, Kaufen, Verkaufen, Vertrauen, Reklamieren, Interagieren und Akzeptieren. Gemeinsam leisten wir damit einen unschätzbaren hohen Beitrag zum öffentlichen Leben, zur Wirtschaftskraft und zur Lebensqualität in Deutschland.

Die Branche umfasst Kommunikations- und Mediaagenturen, Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsinstitute, die werbende Wirtschaft, Medien und Werbung, Durchführende wie Verlage und Sender, Werbemittler, Werbemittelhersteller, Solo-Selbständige und Freelancer, Ausbildungseinrichtungen, die Selbstregulierungsorgane u.v.m.

 

Enorme Umsätze der Kommunikationsbranche

Die Umsätze der Branche betrugen 2018 rund 47 Mrd. EUR. Dieser Wert setzt sich zusammen aus den medienbasierten Investitionen in Werbung inklusive der Netto-Werbeeinnahmen erfassbarer Werbeträger (26,8 Mrd. Euro) und den weiteren Formen kommerzieller Kommunikation (20,2 Mrd. Euro). Damit verantwortet die Kommunikationswirtschaft rund 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und sichert die Existenz von Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen, Radio, Außenwerbung, Google mit Search und Youtube, Facebook, Amazon und vielen anderen Kanälen, die sich alle zu großen Teilen durch Werbung finanzieren. Die Werbewirtschaft als Teil der Kommunikationswirtschaft sichert die Medienvielfalt in Deutschland.

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Positionen

Durch die Krise kommen

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung hilft manchen, aber vielen nicht. Viele Unternehmen werden in 2020 wesentliche Teile ihres Umsatzes abmelden müssen, es droht eine Reihe von nicht selbst verschuldeten Insolvenzen. Keine Frage: Als Unternehmen sind wir starke Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung. Unsere Unternehmen haben vorgesorgt und können in der Regel einige Monate Marktstagnation überstehen.

Erstmals  haben alle Verbände der Kommunikationswirtschaft gemeinsam eine klare Positionen und Forderungen formuliert, wie die Branche die aktuelle tiefeWirtschaftskrise überstehen kann. Darunter: Steuerliche Vereinfachungen, ein Investitionszuschuss zur Sicherung der Medienvielfalt und weitere marktwirtschaftliche Lösungen, um Medienhäuser, Agenturen, Dienstleister und werbetreibende Unternehmen zu sichern.

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In unserer Branche haben wir neben Konzernen und globalen Unternehmen auch eine große Anzahl von mittelständischen Unternehmen und Selbstständigen. Sie alle müssen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise bewältigen. Unsere Branche ist von den negativen Effekten der Corona-Krise nicht allein, aber besonders betroffen. Durch den Shutdown sind vor allem Agenturen und Unternehmen betroffen, die durch die staatlich verordneten Schließungen massive Umsatzeinbrüche hinnehmen müssen. Diese können im weiteren Jahresverlauf nicht nachgeholt werden. Dies betrifft z.B. Unternehmen, die Kommunikation im Umfeld der abgesagten Sportereignisse wie EM, Olympiade, Champions League und weiteren Sport- und Großveranstaltungen, Festivals etc. geplant hatten.

Auch die Arbeiten für die Bereiche Touristik, Handel, Finanzen, Automobil sind vom Ausfall nicht nachholbarer Umsätze betroffen. Kampagnen werden verschoben oder abgesagt. So wurden allein in den Monaten April bis Mai 50% der Media- und Werbeinvestitionen storniert. Über das Gesamtjahr rechnen wir in positiven Szenarien mit einem Rückgang von rund 25%. Von diesem Ausfall sind die Medienunternehmen, die Agenturen und Werbemittler sowie alle Dienstleister der Kommunikationsbranche betroffen. Schon jetzt haben viele Unternehmen mehr als 50% ihres Jahresumsatzes verloren.

Wir weisen auf die immensen negativen Folgen der staatlichen Eingriffe in den Markt hinweisen und haben unsere Erwartungen für eine Neutralisierung dieser Effekte bei den betroffenen Unternehmen gegenüber Regierung und Parlament deutlich zum Ausdruck gebracht, oftmals gemeinsam mit den anderen großen Branchen in Deutschland.

 

Konjunkturprogramm: Erfolg und Risiken

Die Regierungskoalition in Berlin hat zahlreiche Maßnahmen beschlossen, die auch unsere Branche betreffen. Die öffentliche Bewertung des Konjunkturprogramm fällt zunächst eher positiv aus. Bei genauerer Betrachtung zeigen sich aber deutliche Lücken und Risiken.

 

Erfolg: Zusammenlegung der Steuerjahre 2019 und 2020

Unsere Forderung wurde erfüllt und von anderen Branchen geteilt und unterstützt. Die Umsetzung erfolgt als Verlustverrechnung, in dem rückwirkend eine „Corona-Rücklage“ in den Jahresabschluss eingestellt wird. Damit verbunden ist eine unmittelbare Rückstattung der gezahlten Ertragssteuern. Die Deckelung auf EUR 5 Mio. EUR pro Jahr ist allerdings zu niedrig, wir hätten größeren Verrechnungsrahmen erwartet. Damit kommt nicht ausreichend Liquidität in die Unternehmen zurück. Allerdings ist der Beschluss besser als die gegenwärtige Rechtslage. Entscheidend ist nun die rasche gesetzliche Umsetzung des Beschlusses. Diesen Prozess werden wir eng begleiten.

 

Hilfreich für einige: Erstattung der Betriebskosten für größere Umsatzrückgänge

Der Bund schafft einen Überbrückungsfond, mit dem den Unternehmen die Betriebskosten für größere Umsatzrückgänge erstattet werden sollen. Dies soll für Unternehmen gelten, deren Umsätze Corona-bedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60% gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50% fortdauern. Erstattet werden bis zu 50% der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50% gegenüber Vorjahresmonat. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70% können bis zu 80% der fixen Betriebskosten erstattet werden. Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag 9.000 Euro, bei Unternehmen bis 10 Beschäftigten 15.000 Euro nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen. Geltend gemachte Umsatzrückgänge und fixe Betriebskosten sind durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen.

Dieser Überbrückungsfond ist als akute Krisenunterstützung konzipiert, aber wird vielen Unternehmen wenig oder gar nicht helfen. Die beschlossene Ausgestaltung ist kompliziert, der maximale Erstattungsbetrag ist 150.000 Euro für drei Monate zu niedrig. Dieser Beschluss ist für unsere größere mittelständische mittelständische nur sehr eingeschränkt hilfreich.

Auswirkung unklar: Absenkung der Mehrwertsteuer auf 16/5 Prozent Jahresende

Mit diesem etwas überraschenden Beschluss sollen die Preise sinken und der Konsum angekurbelt werden. Grundsätzlich ist eine MehrwertsteuerAbsenkung für die von der Binnenkonjunktur besonders abhängige Kommunikationswirtschaft zu begrüßen. Ob der gewünschte Effekt eintritt, ist indes eher fraglich. Und selbst wenn er einträte, ist eine positive Auswirkung auf unsere Branche nicht sicher.

Wir werden die weitere Entwicklung und vor allem Umsetzung der Beschlüsse weiter eng begleiten und halten an unseren weiteren Forderungen und Vorschlägen fest:

 

Konsum stärken durch Förderung der Marketingkosten

Investitionen in die Marken- und Unternehmenskommunikation sind systemrelevant. Um die Medien- und Veranstaltungsvielfalt in Deutschland zu sichern, sollte das System durch steuerliche Anreize für Investitionen stabilisiert werden. Investitionen in die Marken- und Unternehmenskommunikation sollten durch spezifische Unterstützungsmaßnahmen, z. B. einen Investitionszuschuss, geschützt werden. Sie sollten sämtliche Aufwendungen der Unternehmen für die Kommunikationsmaßnahmen umfassen, wie Kreations-, Produktions-, Rechte- und Mediakosten.

Wir schlagen einen Investitionszuschuss in Höhe von 30 Prozent der getätigten Gesamtinvestitionen im Zeitraum der zweiten Jahreshälfte vor. Jeder investierte Werbe-Euro verdreifacht sich beim BIP.

In der akuten Krise und zum Neustart der Wirtschaft ist es wichtig, wirksame weitere Anreize für diese Investitionen über die Berücksichtigung als Betriebsausgaben hinaus zu schaffen. Davon würden die Vielfalt und Qualität der Medien und Werbeträger, aber auch die Agenturen, Produktionsunternehmen und Dienstleister profitieren – und damit der Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt.

 

Liquidität verbessern

Um die Liquidität in den Unternehmen unmittelbar zu erhalten, sollten die Abflüsse in die Sozialversicherungssysteme ausgesetzt werden. Dies würde Unternehmen unmittelbar helfen und vielleicht sogar die Beantragung von Krediten überflüssig machen.

Die Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer sollten auf Wunsch für 12 Monate ausgesetzt und später abgezahlt und steuerlich verrechnet werden. Dieses Instrument wird Liquidität und Beschäftigung in den Betrieben sichern. Kürzere Stundungsregelungen verschieben lediglich die Zahlungsziele und helfen den Unternehmen nicht.

 

 

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Hilfen

Sicherheit für die Branche

Auf dieser Seite fassen wir den aktuellen Stand von Hilfen der Bundesregierung und der Länder zusammen. Dieser Service wird vom Verband der Familienunternehmer bereitgestellt, dem wir dafür dankbar sind.

Unsere Branche besteht aus nationalen und internationalen Konzernen, besteht aus klein- und mittelständigen Betrieben. Viele Agenturen, Verlage, Produktionen und weitere sind inhabergeführt und gehören privaten Gesellschaftern. Diese Struktur und die Präsenz der internationalen Netzwerke und Beteiligungsgesellschaften machen den deutschen Markt so vielfältig.

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Wenn möglich, geben wir Ihnen die Links und Telefonnummern an, bei denen Sie direkt Hilfsanträge stellen können oder weiterführende Informationen bekommen. Diese Seite wird aktualisiert, wenn neue oder weitere Maßnahmen beschlossen werden. Es werden alle Hilfen des Bundes und der Länder aufgeführt.

Übersicht der Corona-Hilfen für Unternehmen

Übersicht der Corona-Hilfen des Bundes

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VERBÄNDE

Die Vielfalt der Kommunikationswirtschaft

Als Kommunikationswirtschaft begleiten wir Deutschland durch die Corona-Krise und helfen beim Neustart danach. Wir unterstützen Unternehmen, Bund, Länder und Kommunen, die Gesundheitswirtschaft und viele Initiativen in der Kommunikation gegenüber Kunden, Bürgern, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit. Und wir leisten einen Beitrag zum Leben in der Krise, mit vielen Initiativen und Kampagnen zu #DeutschlandSagtDanke, #Social Distancing, #Händewaschen, #Zuhausebleiben. Vieles davon pro bono. Als Kommunikationswirtschaft werden wir auch einen aktiven Beitrag zur Überwindung der Krise liefern.